Lauti

Blühende Häuserlandschaften

Für die einst in kapitalistischer Blütezeit, der sog. Gründerzeit, errichteten Mietwohnhäuser des Ostens, die dann u.a. mindestens eine Weltwirtschaftskrise, zwei Weltkriege und einen Kalten Krieg überstanden, dabei vom real existierenden Staatspartei-Sozialismus zunächst materiell und dann vom real existierenden Parteiendemo-kratie-Kapitalismus sozial und ideell zu Grunde gewirtschaftet wurden, schließt sich nun der Kreis; ihr Schicksal ist besiegelt: Seit 1990 werden sie ihrer eigentlichen Bestimmung überantwortet - der totalen Verwertung, der Rendite – jener Kunst, die aus Geld abermals Geld macht, um dann aus mehr Geld noch mehr Geld zu ma- chen.

Die dazugehörigen Prozesse tragen Namen wie „Gentrifizierung“ und „Verdrängungssanierung“. In Prenzlauer Berg, genauso wie in Mitte und in Friedrichshain, haben sich nur wenige Häuser der Verwer-tungslogik entziehen lassen. Manche ereilt ihr kapitalistisches Schicksal spät. Auch dem letzten Mieterkollektiv in meiner Straße droht nun sein Ende. Neben dem Haus parkt symbolhaft ein Anhänger der Immobilienfirma „Dominanz2000“ – und um den Rest kümmern sich dann die „Berlin Partner“ in der Profi Partner AG.